Wie ich zur einer Hundenarrin wurde…

Wie ich zur einer Hundenarrin wurde…

1. Januar 2014 0 Von Joana

Meine Familie war schon immer sehr Hundefreundlich und Hundeerfahren. Meine Großeltern hatten früher schon Hunde und auch meine Mama hatte als junge Frau eine kleine Hündin Namens „Tütschek“ aus einem Urlaub mit gebracht. Mein Papa hat auch schon fast sein ganzes Leben Hunde an seiner Seite und war noch mehr ein Hundeliebhaber als meine Mama. Als ich geboren wurde hatten meine Oma und mein Opa einen älteren Riesenschnauzer Rüden namens „Oskar“ mit dem ich meine erste Hundeerfahrung machen durfte. Leider lebte er aber nicht mehr sehr lange und ich weiß kaum noch etwas von ihm.

Mich haben in meiner Kindheit allerdings vorallem zwei andere Hunde geprägt. Kimba, die Hündin von meinem Papa und Lola (Nachfolgerin von Oskar) die Hündin von meinen Großeltern. Die beiden waren so ziemliche Gegensätze voneinander. Lola, die Hündin mit der man alles machen konnte und Kimbi. Die, die ihre eigene Meinung deutlich zeigte. Meiner Familie war es immer sehr wichtig, dass ich lerne wie man richtig mit Hunden umgeht und vorallem durch meinen Papa lernte ich viel im Umgang mit Hunden.

Somit waren die Grundlagen gesetzt und ich wurde bereits als Kleinkind mit dem „Hundevirus“ infiziert.

Zu Lola

Nachdem Oskar verstorben ist, hat es bei meinem Opa nicht lange gedauert, bis wieder Nachwuchs bei ihm einzog. Eine kleine, schwarze Riesenschnauzer Hündin namens Lola.

Loli war ein Lamm, wir konnten als Kinder alles mit ihr machen, sie hat sich nie aus der Ruhe bringen lassen. Wir haben sie „verarztet“, mit ihr gespielt und auf ihr geschlafen. Sie ist mit uns in den Wald gegangen und hat auf uns aufgepasst während meine Schwester und ich dort gespielt haben. Sie blieb immer bei uns und folgte uns auf schritt und tritt. Ein Familienhund durch und durch.

Ihr einziges Manko: Sie hat alles gefressen was nicht Nied- und Nagelfest war, mit Vorliebe unsere Spielsachen.

Lola musste sich ihre letzten Lebensjahre leider mit zwei Kreuzbandrissen an den Hinterbeinen herumschlagen. Sie wurde operiert und es wurde auch wieder besser, aber ganz gesund wurde sie leider nicht mehr. Mit 12 Jahre mussten wir sie dann gehen lassen, was für Hunde in ihrer Größe auch ein gutes Alter ist.

Zu Kimba

Ich war gerade drei Jahre alt, da entschied sich mein Papa, wieder einen Hund anzuschaffen. Freunde von ihm hatten einen Wurf mit 9 Mischlingswelpen, die ein neues Zuhause suchten und so kam „Kimba“ zu uns. Sie war eine Mischung aus Golden Retriver und weißem Schäferhund, soweit man das sagen konnte. Beide Elternhunde kamen aus Ungarn und waren dort früher mal Straßenhunde bevor sie nach Deutschland kamen. Kimbi war die Letzte die das Licht der Welt erblickt hatte und somit die Kleinste und Schwächste aus dem Wurf. Mein Papa entschied sich jedoch genau deshalb für sie. Er hatte Hundeerfahrung und viel Zeit um sich mit einem jungen Welpen zu beschäftigen.

So zog also dieser kleine, weiße Kneul zu meinem Papa.

Kimbi hatte ein bisschen etwas von einer Katze, hat mich aber extrem in meinem weiteren Leben geprägt. Sie war mein Lehrmeister, meine Freundin und meine Seelenhund. Sie war kein einfacher Hund. Kimbi hat schon das ein oder andere Mal gezwickt, hat sich nicht sonderlich gut mit anderen Hunden verstanden und hat mich lange Zeit nicht als ranghöheres „Rudelmitglied“ angesehen.

Bei ihr habe ich gelernt Hunde zu „lesen“, auf die kleinsten Mimiken und Gesten zu achten und entsprechend zu reagieren.

Als ich 11 oder 12 Jahre alt war hat sich dann alles etwas verändert. Ich durfte alleine mit ihr spazieren gehen, wurde selbstständiger mit ihr zusammen und ich fing an ihr Tricks beizubringen. Dadurch hat Kimbi mich als ranghöher angesehen, wodurch ich wieder eine andere Seite von ihr kennengelernt habe und mehr von ihr lernen konnte.

Als Kimbi 12 Jahre alt war ging es ihr immer schlechter. Sie war nicht kastriert und der Tierarzt diagnostizierte Gebärmutterentzündung bei ihr. Es gab dann zwei Möglichkeiten für uns: entweder wir mussten sie einschläfern lassen, oder sie wird lassen sie operiert und es war eine 50/50 Chance, dass sie es überlebt. Gott sei Dank haben wir uns für die OP entschieden!
Sie erholte sich komplett von den Strapazen der OP und lebte nochmal 5 Jahre(!). In dieser Zeit wurde sie oft für einen Junghund gehalten, da sie nochmal so aufblühte. Sie spielte wieder wie verrückt, hüpfte und hatte einfach Freude am Leben.

Mit stolzen 17 Jahren ist sie dann über die Regenbogenbrücke gegangen und blickt nun von oben auf uns herab.

Meine Lehrmeisterin und mein Seelenhund, in Ewiger Liebe!