Warum es ein Dobermann wurde.

Warum es ein Dobermann wurde.

15. Mai 2017 0 Von Joana

In diesem Blogbeitrag geht es darum, warum ich mich für einen Dobermann entschieden habe, warum es genau Bounty wurde und was ich im Nachhinein dazu sage.

Ich muss gleich vorab sagen, beide Entscheidungen habe nicht ich getroffen, aber ich denken es war Schicksal und ich bin sehr froh das es so gekommen ist.

Nicht ich habe Bounty gefunden, sondern Bounty hat mich gefunden.

Mein Wunschhund solle groß, sportlich, kurzhaarig und gelehrig sein. Zudem wollte ich meinen Hund mal mit ins Büro nehmen können. Mein Augenmerk lag daher auf einem Dalmatiner, wobei ich da noch keine sichere Entscheidung getroffen hatte.

Ich war noch in der „Findungsphase“.

Mein Exfreund wollte unbedingt einen Dobermann haben. Sein Vater besaß früher zwei und deshalb wollte er ebenfalls einen schwarzen, kupierten Dobermann Rüden.

Das Thema kupieren, kam für mich absolut nicht in Frage und da merkte er schnell, dass darüber nicht diskutiert werden musste. Dann muss ich gestehen, dass ich auch etwas Vorurteile gegenüber der Rasse hatte und ich eher der „Hündinnen-Typ“ bin. Außerdem wollte ich keinen schwarzen Hund, da diese oft noch gefährlicher wirkten, kontraproduktiv für den Büroalltag.

Mein damaliger Freund wusste also meine Meinung zu dieser Rasse.

Bounty beim wälzen

Allgemein war das Thema „ein eigener Hund“ für mich noch nicht spruchreif. Vor der Anschaffung wollte ich mir etwas Geld sparen, einen Job finden bei dem Hunde erlaubt sind, mit den Vermietern alles klären,  mich selbst noch besser darauf vorbereiten, etc..

Trotz alledem, waren wir schon mal bei einem Dobermann Züchter und hatten uns etwas mehr über die Rasse informiert. Dort gab es eine 14 Wochen alte braune Hündin, die noch ein Körbchen suchte, aber ich blieb stark.

Ebenso waren wir im Tierheim und sahen uns eine fast einjährige Dobi Hündin an, aber auch hier war für mich schnell klar, dass das nicht sein sollte.

Ein paar Wochen später war mein Exfreund auf einer Schulung in der Nähe von Karlsruhe und ohne mein Wissen hatte er bereits Kontakt mit einem Züchter dort aus der Nähe. Einer der Welpenbesitzer ist kurz vor knapp doch noch abgesprungen und die Kleine wäre das kommende Wochenende bereit zum abholen.

Er hatte bereits alles ausgemacht und die Entscheidung ohne mich getroffen.

Wie genau es dann weiter gegangen ist erfahrt ihr hier….

Zu der Rasse und Bountys Eigenschaften erfahrt ihr hier unten mehr:

Bounty seitlich

Jetzt im Nachhinein bin ich unendlich froh das es Bounty geworden ist und das Bounty ein Dobermann ist. Diese Rasse ist für mich einfach perfekt! Bounty hat durch mich immer diese eine stetige Bezugsperson, die Person an der sie sich immer orientieren konnte und kann. Alles um uns herum war im Wandel, nur wir beide waren immer zusammen. Eine stetige Einheit.

Dobermänner sind „Einmann-Hunde“ und das merke ich bei ihr immer wieder.

Sie hat auch diesen unglaublichen „will to please“, sie möchte mir gefallen und hat Spaß an der Arbeit. Egal wozu ich motiviert bin, Bounty hat automatisch auch Spaß daran.

Sie war und ist der Spiegel meiner Gefühle. Inzwischen kennt sie mich so gut, sie deutet nicht nur meine Gestiegen auch meine Mimik kann sie inzwischen lesen. Alleine durch ein kurzes, langsames Blinzeln kann ich ihr zu verstehen geben, dass alles in Ordnung ist. Sie merkt es sofort wenn ich genervt, schlecht drauf, glücklich, entspannt oder wütend bin und verhält sich dementsprechend. Je nachdem versucht sie mich aufzuheitern, verhält sich ganz still, oder stupst mich immer wieder an.

An sich ist Bounty ein sehr unsicherer und extrem sensibler Hund. Sie ist in vielen Situationen unsicher aber dank ihrer Sensibilität und ihrer Eigenschaft mich zu lesen, konnte ich ihr lernen sich an mir zu orientieren ohne das wir groß kommunizieren mussten. Sie fragt den „Status“ immer wieder durch Blicke ab und versichert sich so, ob noch alles okay ist.

Auch eine Dobermann typische Eigenschaft ist ihre Wachsamkeit. Dobermänner wurden gezüchtet um ihre Besitzer bis auf den Tod zu verteidigen und auch das merkt man immer mal wieder bei ihr. Bounty ist wirklich einer der liebsten Hunde die ich kenne, aber wenn es dunkel wird und wir alleine unterwegs sind, sollte man es nicht zu weit treiben. Wenn ich Bounty nicht klar zu verstehen gebe, dass eine z.B. entgegenkommende Person „okay“ ist, wird diese erstmal verbellt, bis ich reagiere. Genauso wenn wir auf betrunkene, extrem laute oder andere Personen treffen die auf Krawall gebürstet sind. Wenn ich am See liege und es geht jemand direkt auf uns zu, wird diese Person auch erstmal lautstark angekündigt und verwarnt, außer ich sehe sie zuerst und sage Bounty, dass das in Ordnung ist. Genauso wenn sich von hinten jemand nähert und ich es nicht mitbekomme. Dann erwachen in meinem treuen, verkuschelten, sensiblen, lieben Mädchen ihre Vorfahren und sie zeigt was alles in ihr steckt.

Bounty im Angriffsmodus

Für einen Dobermann braucht man wirklich viel Zeit, sie wollen und müssen beschäftigt werden, geistig und körperlich, sonst suchen sie sich eine Beschäftigung und das ist meist zum Unmut der Besitzer. Wenn Bounty z.B. nicht ausgelastet ist, fängt sie an Menschen anzubellen oder zu jagen, am liebsten Raben und Hasen, wenn sie geistig und körperlich jedoch ausgelastet ist, kann auch ein Rabe direkt vor Ihrer Nase herumhüpfen und sie interessiert es nicht.

Dobermänner brauchen auch „die eine“ Bezugsperson, die stetig bleibt, an der sie sich immer orientieren können. Nach einem kurzen Kennenlernen liebt Bounty so gut wie jeden, aber Fremde ignoriert sie konsequent, auch wenn sie noch so viel mit der Zunge schnalzen oder mit den Fingern schnipsen. Solange ich diese Person nicht begrüße, wird sie von Bounty auch ignoriert. Die Menschen die sie kennt begrüßt sie allerdings immer lautstark und überschwänglich. 

Da Dobermänner so extrem sensible Hunde sind, kann man leider auch schnell und ungewollt „Macken“ fördern und hervor bringen. Bounty und mein Problem ist z.B. das sie oft nicht mehr selbstständig denkt. Ich habe ihr zu viele „Kommandos“ gegeben, jegliche Blicke, Handbewegungen und minimale, andere Gestik und Mimik interpretiert sie als solches, auch wenn ich es nicht so meinte und dadurch hat es sich so entwickelt, dass sie in sehr vielen Situationen unsicher wird und deshalb zu fiebsen anfängt, wenn sie kein „Kommando“ finden kann.

„Ein Hund ist immer nur so gut, wie der Besitzer.“  Ein Sprichwort das zu 100% auf den Dobermann zutrifft.