Bountys erste DCM Untersuchung

Bountys erste DCM Untersuchung

6. Juni 2017 0 Von Joana

Was ist DCM?

DCM heißt „dilatative Kardiomyopathie“. Es ist eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der sich das Herz erweitert und schwächer wird, es pumpt nicht mehr richtig. Dies hat zur Folge, dass zu wenig Blut in den Körperkreislauf gelangt und somit der Blutdruck sinkt. Das zieht einen „Rattenschwanz“ hinter sich her, wodurch am Schluss Herzrhythmusstörungen auftreten die wiederum zum plötzlichen Herztod führen können.

Bei welchen Hunden kommt DCM vor?

DCM kommt fast ausschließlich bei großen Hunden vor, hauptsächlich bei Dobermännern und Boxern, aber z.B. auch bei Wolfshunden oder Doggen.

Wie läuft eine DCM Untersuchung ab?

Ich hatte am 06.06.17 die erste DCM Untersuchung mit Bounty.

Wir haben die Untersuchung in der Medizinischen Kleintierklinik – LMU München durchgeführt und dabei auch an der dortigen DCM-Studie teilgenommen. Termine gibt es immer dienstags und donnerstags, jedoch ist hier meist eine längere Wartezeit nötig. Wir haben ca. eineinhalb Monate auf einen Termin gewartet.

Ich war natürlich ohne Ende aufgeregt und das hat Bounty auch gemerkt. Ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen, als wir uns auf den Weg zur Klinik machten. Dort angekommen, mussten wir nur ca. 5 Minuten warten, dann wurden wir auch schon aufgerufen. Wir wurden von der Ärztin in einen separaten Raum geführt, dort wurden wir von zwei Studentinnen empfangen. Bounty wurde allgemein untersucht und mir wurden einige Fragen zu ihrer Gesundheit gestellt. Insbesondere zu ihrer Fitness, Husten oder Lustlosigkeit, Schlappheit, etc. ihr Herz wurde mit einem Stethoskop abgehört, ihre Augen, Zähne, Lymphknoten kontrolliert, Fieber gemessen und dann musste noch Blut abgenommen werden. Da ich Bounty auch in die Blutspender Datenbank eintragen lassen wollte wurde hier etwas mehr benötigt und das Blut wurde am Hals abgenommen. Dort fließt das Blut schneller und somit geht die Blutabnehme flotter. Ihr wurden 40 ml abgenommen und rasiert wurde am Hals nichts. Ich musste dann in die Hocke gehen und Bounty musste sich mit dem Rücken zu mir, zwischen meine Beine setzen. So war Sie nah bei mir „in Sicherheit“, ich musste nur Bountys Kopf etwas oben halten und die Ärztin konnte das Blut problemlos abnehmen. Das hat ca. 5 min gedauert und es wurden die 40 ml auf zwei Spritzen aufgeteilt. Anschließend gab es ein paar Leckerlies und wir musste wieder kurz warten. Derweil wurde der Ultraschallraum für uns vorbereitet.

Im Ultraschallraum warteten 5 Ärztinnen und Studentinnen auf uns. Drei kannten wir schon, zwei waren neu. Bounty musste dann auf den Untersuchungstisch mit Loch in der Mitte gehoben werden, eine Studentin nahm sie hinten und ich sie vorne. Dann legten wir sie direkt seitlich auf den Tisch. Im ersten Moment fand Bounty das natürlich nicht allzu toll und wollte wieder aufstehen, aber eine Studentin hielt ihre Hinterbeine und eine ihre Vorderbeine fest, ich war an Ihrem Kopf und an der Brust und sagte ihr, dass sie liegen bleiben sollte. Dann war es für Bounty okay und sie machte die restlichen 30 Minuten keinen Mucks mehr. Die Ärzte waren genauso begeistert wie ich! Das erste Mal beim Ultraschall und Bounty lag da, als würden wir nie etwas anderes machen.

Der Tisch hatte im Brustbereich einen Ausschnitt wodurch die Ärztin von unten mit dem Ultraschallgerät Bountys Herz untersuchen konnte. Bevor das jedoch losging, bekam Bounty einige Kabel und Klemmen an Ellenbogen / Brustbereich und ans Knie / Bauch geklemmt. Damit wurde die Haut etwas eingeklemmt und mit Wasser beträufelt. Hierbei dachte ich eigentlich, dass Bounty wieder versuchen würde aufzustehen, aber sie lag mit ihrem Kopf in meinen Armen und hielt still. Sie vertraute mir!

Dann ging die Untersuchung los und die Ärztin erklärte mir was man auf dem Bildschirm alles sah. Den rechten und linken Teil vom Herzen und vorallem die Herzklappe die sich öffnete und schloss. Zwischendurch blendete die Ärztin auch Farben ein und erklärte mir, dass blau und rot ganz normal wären, nur falls es türkis und gelb wurde war etwas ungewöhnlich und sie müsse es sich daher genauer ansehen. Ganz selten gab es bei Bounty auch minimale gelbe und türkise Farben, hierbei meinte sie jedoch, dass dies ganz normal sei und bei jedem Hund und auch Mensch vorkommen würde. Es wurden verschiedene Fotos gemacht und die Ärtzin prüfte das Herz von jeglichen Blickwinkeln aus. Dann wurde Bounty umgedreht, die Kabel und Klemmen wurden von der einen Seite gelöst und auf der anderen Seite befestigt. Anschließend wurde die andere Seite des Herzens untersucht. Zum Schluss wurden die Stellen an der Brust von dem Gel gereinigt und Bounty durfte von dem Tisch runter.

Jetzt musste noch das 24 EKG montiert werden. Zuerst wurden an Bountys Brustkorb, hinter dem Ellenbogen die Haare wegrasiert, da sonst die Elektroden nicht hielten. Auf der linken Seite wurden zwei Stück befestigt auf der rechten Seite drei Stück. Dann wurden die Elektroden und Kabel mit einem Tape an Bounty geklebt und das Klebeband wurde mehrmals um ihre Brust gewickelt. Die Kabel wurde dann auf ihrem Rücken befestigt, da Bounty meist auf der Seite schläft (nicht auf dem Rücken) und sie dadurch am wenigsten davon gestört wird. Dann wurde alles mit selbstklebendem Tape nochmal umwickelt und sie hat diesen tollen „Body“ bekommen. Dieser wird oben mit einem Klettverschluss verschlossen und oben drauf kommt der „Recorder“ welcher den Rythmus des Herzschlages misst und aufzeichnet. Dann wurde dieser noch vom PC ausgelesen und die Funktionstüchtigkeit wurde überprüft. Es zeichnete auf und die ersten Herzschläge waren auf dem PC bereits zu sehen. Die Ärztin notierte sich noch die Zeit 13:10 Uhr, somit waren wir bereits 1,5 Stunden in der Klinik.

Morgen soll ich um ca. 13:30 Uhr das ganze wieder selbst von Bounty entfernen. Hierfür habe ich auch eine Alkohollösung bekommen um das Tape von ihr entfernen zu können, falls es nicht gut klappt. Dann werde ich den Body mit den Geräten wieder zurück zur Klinik bringen und in ein bis zwei Wochen bekomme ich die Auswertung.

Bounty mit Holter