Blutspenden: von Hunden für Hunde

Blutspenden: von Hunden für Hunde

10. Juni 2018 0 Von Joana

Blutspenden ist ein leider relativ unbekanntes Thema in der Hundewelt, deshalb möchte ich meinen Teil dazu beitragen um dieses Thema bekannter zu machen und mehr Hunden helfen zu können.

  1. Welcher Hund kann Blutspenden?
  2. Wie läuft eine Blutspende ab?
  3. Wie viel Blut wird entnommen?
  4. Bekomme ich etwas wenn mein Hund spendet?

Falls ihr weitere Fragen habt schreibt diese sehr gerne in die Kommentare oder in einer Nachricht an mich. Ich werde darauf gerne näher eingehen.

1. Welcher Hund kann Blut spenden?

Urlaub mit Hund

Für die Blutspende bei Hunden gibt ein ein paar Einschränkungen die der Besitzer beachten muss, sowie Vorschriften der Tierklinik. Die Vorschriften können je nach Klinik und Situation (z.B. Notfall) etwas abweichen.

Zuerst gehe ich auf die Vorschriften der Klink ein:

  • der Hund muss zum Zeitpunkt der Blutabnahme vollständig gesund sein
  • er muss älter als 1 Jahr und jünger als 9 Jahre sein
  • er muss mindestens 20 kg wiegen
  • er muss regelmäßig geimpft und entwurmt sein
  • er darf keine Medikamente erhalten
  • er sollte zuvor nicht im Ausland gewesen sein, oder anhand einer speziellen Untersuchung und Blutbildes auf diverse Krankheiten untersucht werden
  • manchmal sind Hunde die aus dem Ausland kommen ganz ausgeschlossen
  • spenden kann man ca. alle 3 Monate
  • er muss während der Blutabnahme (ca. 10-30 min) relativ stillhalten können

Nun zu den Dingen die ein Besitzer beachten sollte:

  • Eine Blutspende ist ansträngend für den Körper des Hundes, ich empfehle danach 1-2 Tage es etwas entspannter anzugehen:
    • nach der Spende größere sportliche Aktivitäten eher noch ein paar Tage verschieben
    • ruhig ein/zwei Löffel mehr Futter geben
    • ein paar mehr Streicheleinheiten verteilen
  • Der Hund muss während der Spende ca. 10-30 Minuten stillhalten können, je nach Blutfluss und Menge die abgenommen wird.  Entweder im Liegen oder im Sitzen.
  • Der eigene Hund sollte keine Probleme mit Menschen haben, da bei der Blutabnahme meist 2-4 Ärzte und Helfer dabei sind.
  • Selbstverständlich sollte der Hund auch keine zu große Angst beim Tierarzt haben, da die Blutspende immer dort gemacht wird

Wir wollen anderen Hunden helfen das ist klar, aber nicht unseren eigenen Hund damit an seine Grenzen treiben. 

2. Wie läuft eine Blutspende ab?

Ich war mit Bounty bisher 3x beim Blutspenden und der Ablauf war immer recht ähnlich. Der erste Besuch, bzw. die Anmeldung läuft jedoch immer etwas anders ab. Ich werde auf beide kurz eingehen.

Die Anmeldung

Bei der Anmeldung wird der Hund gründlich untersucht, es wird eine Blutanalyse gemacht, es werden einige Fragen gestellt und die Herkunft erfragt.

Bei der kleinen Blutanalyse werden außerdem die Nieren- und Leberwerte untersucht, das ist natürlich ein praktischer Vorteil und kostenfrei. Sonst wird eine normale Allgemeinuntersuchung gemacht mit Fiebermessen, Lymphknoten-Kontrolle und co., außerdem wird der Hund auf Reisekrankheiten gecheckt. Die Blutgruppe wird bestimmt und alle Daten werden in die Blutspender Datenbank eingetragen.

Für die Blutanalyse muss etwas Blut abgenommen werden, das geschieht (wegen der geringen Menge) meist über einen Vene an einem der Füße. Hier wird ein kleines Stück Fell abrasiert und ein paar Milliliter abgenommen. Das muss dann alles Analysiert und ausgewertet werden was einige Zeit dauert. Für die wirkliche Blutabnahme wird dann meist ein weiterer Termin ausgemacht.

Falls es auffällige Ergebnisse gibt wird das dem Besitzer natürlich mitgeteilt.

Die Blutspende

Der erste Gang führt immer auf die Wage, das ist wichtig um zu wissen wie viel Blut abgenommen werden kann. Danach geht es in ein Behandlungszimmer. Es folgt eine Allgemeinuntersuchung sowie fragen zum Gesundheitszustand des Hundes. 

Dann wird eine Fellstelle am Fuß ein Stück rasiert um dort eine der Nadeln möglichst steril einstechen zu können. Dieses Stück wird dann auch nochmal gesäubert und desinfiziert. Hier wird eine Nadel mit Venenkanüle eingestochen um eine kleine Probe abzunehmen damit eine kurze Blutuntersuchung vorab durchgeführt werden kann. Das wird jedes mal vor einer Blutabnahme gemacht. Wenn diese Abgenommen wurde muss man nochmal ca. 15 min warten, bis die Auswertung durch ist und wenn bei dem Blutergebnis alles stimmt kann das Blut für die Spenden entnommen werden. Die Venenkanüle bleibt während der ganzen Behandlung stecken und wird mit Tape befestigt sowie einem „Deckel“ verschlossen damit kein Blut weiter ausläuft.

Für die Blutspende wird dann eine Stelle am Hals rasiert, gereinigt und desinfiziert. Dann muss sich der Hund seitlich auf den Tisch legen. Je nachdem wie kooperativ der Hund ist, werden 2-4 Helfer benötigt. Ein Helfer/Arzt kümmert sich nur um die Spritze im Hals, damit diese richtig liegt. Ein weiterer Helfer hält den Beutel in den das Blut fließt und kontrolliert immer wieder den die Menge und wie gut oder schlecht es fließt. Die 1-2 weiteren Helfer halten den Hund an den Hinter- und Vorderbeinen fest und achten darauf, dass er nicht aufsteht. Ich stehe meistens am Kopf von Bounty und streichel und beruhige sie dort etwas. 

Man kann das Blut auch im Sitzen abnehmen lassen, das geh allerdings nur wenn der Hund sehr kooperativ ist und sich gut still hält. Dann setzt man sich selbst oder ein Helfer in die Hocke oder einen niedrigen Stuhl und der Hund wird zwischen die Beine „geklemmt“. So haben wir es mit Bounty das letzte mal gemacht. Für sie war es dadurch etwas angenehmer, da sie ganz nah bei mir sitzen konnte.

Falls man selbst nervös ist, empfiehlt es sich eher Abstand von dem Hund zu nehmen oder sogar im Wartezimmer zu warten. Die Nervosität spürt der Hund und dann wäre der Ablauf der Behandlung vermutlich weniger einfach. Es könnte dann schneller zu Komplikationen führen oder die Behandlung muss abgebrochen werden.

Wichtig ist, dass der Hund den Hals möglichst still hält, damit die Kanüle nicht verrutscht. Es kann z.B. zu Blutstauungen kommen, das hatte Bounty auch schon mal. Dann entstand eine kleine Beule am Hals und die Abnahme musste vorzeitig beendet werden.  Das war für Bounty jedoch nicht dramatisch und sie ist auch nach ein paar Stunden wieder abgeklungen.

 

Wenn die Spende beendet ist, bekommt der Hund noch eine Infusion um die entnommene Flüssigkeit wieder „aufzufüllen“. Diese wird dann über die Vene an der Pfote gegeben, wo die Kanüle noch steckt. Hierbei ist die Atmosphäre meist etwas lockerer und wenn der Hund brav stehen bleibt, darf er sogar wieder aufstehen. Manchmal wird man dabei auch ganz alleine gelassen. Das dauert nochmal einige Minuten und danach wird die Kanüle sowie der Verband wieder entfernt.

3. Wie viel Blut wird entnommen?

Es wird ca. 1% vom Körpergewicht des Hundes entnommen. Bei Bounty waren es meist so ca. 250ml, sie wiegt 27kg.

4.  Bekomme ich etwas wenn mein Hund spendet?

Vor allem gibt es ein gutes Gewissen finde ich und man kann anderen Hunden damit helfen.  
Aber trotzdem sind die Tierkliniken sehr Dankbar über jede Spende und belohnen Hund und Herrchen mit Futter, einer Wurmkur oder manchmal auch mit einer Impfung. Das kommt immer etwas auf die jeweilige Klinik an.
Ich sammle z.B. immer Kotproben und lasse diese auf Würmer testen.