Vulcanicross Hessen – 2016

Vulcanicross Hessen – 2016

15. April 2016 0 Von Chris

Es war nass, matschig, kalt und spannend.

Im April 2016 haben wir noch kurzfristig einen Startplatz für den Vulcanicross in Hessen ergattern können und konnten somit kurzfristig Starten. Der anspruchsvolle Trail und die winterlichen Wetterbedingungen haben es nicht einfacher gemacht und somit sprach man zurecht von der ersten Europameisterschaft im Zughundesport! 

Am Samstag sind wir gegen 5:30 Uhr in Schotten angekommen, dann haben wir erst nochmal mal die Augen zugemacht. Um 7:30 gab es dann Frühstück für die Hunde und wir haben uns auf dem ergatterten Parkplatz ein bisschen ausgebreitet.
Anschließend gab es das Musher-Treffen und wir sind noch eine Runde Gassi gegangen, damit sich die Hunde aufwärmen konnten.

Die Zeit ist blitzschnell vergangen, dann war es auch schon 12:15 und ich musste an den Start. Es waren super viele Hunde auf dem Gelände und vor allem am Start bzw. kurz davor haben Sie uns alle mit lautstarkem, Gebell und Gejaule darüber informiert, dass sie jetzt sofort loslaufen wollen. Bounty war vorerst noch ruhig, zumindest was das ‚Töne von sich geben‘ anging und somit konnten wir halbwegs entspannt an die Startlinie gehen.
Es sind alle Teams im Abstand von einer Minute gestartet.
Umso weiter die Uhr runtergezählt hatte umso aufgeregter wurde dann auch Bounty.
Und dann ging es los… 3… 2… 1… GO!!!

Bounty und ich beim Start

Bounty und ich beim Start

Das 1. Rennen

Ich bin in die Pedale getreten und Bounty ist mit voller Power nach vorne geprescht!
Das Wetter hat dafür gesorgt, dass wir vor jeder Kurve extrem abbremsen mussten, da viele Teams die schon vor uns gestartet sind, ca. 20 cm tiefe Spuren mit den Reifen in den Matsch gebohrt hatten. Die 4,3 km lange Stecke ging hauptsächlich durch den Wald und teilweise über kurze Wiesenabschnitte. Der Trail war wirklich eine Nummer für sich. Eine Wurzel wurde von der nächsten überragt und die Kopf- bis Faustgroßen Steine haben einem die Matschpatour nicht einfacher gemacht. ABER: Es war super!
Bounty hat ihr Bestes gegeben, sie musste extrem auf mich hören, z.B. wenn es in eine Kurve ging und sie langsamer machen musste bis ich dann in der Mitte fast steckengeblieben wäre und sie das Kommando zum Gas geben bekommen hat um mir aus dem Schlamm zu helfen. Über die Wurzeln konnte man teilweise springen oder drüberfahren und um die Steine musste man Schlenker machen, was wieder die Gefahr barg, dass man auf dem matschigen Untergrund den Halt verlor.

Kurz vor dem Ziel

Der anstrengendste Teil des Trails war eine Waldpassage, die bergauf ging. Der ‚Höllenberg‘. Der komplette Weg war mit ca. 20cm tiefem Schlammspuren bedeckt und dort mussten wir hoch. Ich bin schlecht im schätzen aber ich würde sagen 500m? Bounty hat geackert was das Zeug hält und ich habe getreten so gut ich konnte… Die Reifen sind trotzdem größtenteils durchgedreht. Auf dieser Strecke konnten wir 2 Teams überholen die Ihre Bikes geschoben haben. Eigentlich wollte ich auch schon aufgeben und schieben. Ich hatte Bounty schon das Kommando zum Stoppen gegeben, aber mein Powermädchen hat nicht wie sonst auf mich gehört, sie hat weiter gezogen und das hat mir ebenfalls wieder Mut gemacht! So haben wir den Berg zusammen geschafft! Als wir aus dem Wald in Richtung Ziel geradelt sind haben wir nochmal alles gegeben und als hätte sie es gewusst hat sie nochmal extra angezogen!
Dann waren wir im Ziel überglücklich und total voller matsch!

Sie hat sich gefreut wie ein Schnitzel und ich natürlich auch!

Unsere Zeit: 13:11,5 min.

Der restliche Tag war eher entspannt, Bounty hat noch eine extra Hühnerhaxe bekommen und am Abend einen Knochen zum Kauen. Später haben wir noch einen Spaziergang mit Kiwi, Bunny, Lucky und Sam gemacht. Die Fahrräder sahen (genau wie wir) aus wie Sau, also haben wir sie mit Wasser abgespritzt.

Durch unseren super Durchlauf am Samstag haben wir uns am Sonntag einen Platz am Vormittag gesichert und starteten um 9:33 Uhr zu unserer 2. Runde. In der Nacht hatte Petrus beschlossen noch einmal den Winter kommen zu lassen, es gab Frost und Schnee.
Wie das bei so einem wichtigen Tag immer kommen muss ist natürlich noch etwas blödes passiert. Da wir am Samstagabend alle brav unsere Fahrräder mit Wasser von dem 3 Kilo Schlamm befreit hatten, waren wegen dem Frost in der Nacht die Gänge und bei manchen sogar die Bremsen eingefroren! Also standen wir und einige andere Biker am Sonntag, kurz vor dem Rennen vor den Heizt-Pilzen um unsere Fahrräder aufzutauen…

Das 2. Rennen

Kurz vor knapp habe ich dann Bounty geholt und wir sind zur Startlinie gelaufen. Jetzt wusste sie ganz genau was kam und war nicht mehr so ruhig wie am Tag zuvor!

Das Gute an dem Frost war, dass der Boden nicht ganz so Matschig war wie am Samstag, da noch viele Stellen gefroren waren. Das Schlechte dabei, es war rutschig auf den Wiesen…
Da Bounty und ich den Weg jetzt schon einmal durchlaufen hatten, wussten wir ungefähr was auf uns zukommt und konnten ein bisschen mehr wagen. Wie mein Papa mir am Freitag noch erklärt hat: “Wenn es rutschig ist, musst du in den Kurven einfach Hinten bremsen, dann blockiert der Reifen, wenn Bounty dann vorne Zieht holt sie dich wieder aus der Kurve aus und ihr habt weniger Zeit verloren!“

Gesagt getan….
Auch wenn es das erste Mal etwas unabsichtlich war, hat es doch ganz gut geklappt und ich habe das noch ein paar Mal versucht.
Der Boden war auf jeden Fall etwas besser als beim 1. Durchlauf am Samstag aber die Wurzeln, Steine und tiefen Matschlöcher waren immer noch da. Natürlich hatte dann, als der Höllenberg kam, meine Gangschaltung einen Aussetzer und ich musste ganz schön treten um trotz des hohen Gangs oben an zu kommen.

Dann gab es noch ein spannendes Überholmanöver zwischen uns und einem anderen Team:
Am Ende eines Waldstücks habe ich gehört wie von hinten jemand ankam und rief das er überholen will, ich habe mich dann rechts gehalten damit er an mir vorbei kann (wie es die Rennregeln vorschreiben), er ist an mir vorbeigezogen und ist auf die Spur vor mir. Kurz darauf sind wir auf ein Wiesenstück gekommen und das war Bounty und meine Chance. Wir waren dicht hinter ihm, sind dann auf die linke Spur gefahren und mein Mädchen hat genau gewusst was zu tun ist! Ich habe gerufen das ich über hole, habe Bounty angespornt und bin in die Pedale getreten. Es ging leicht bergauf und oben hatten wir Ihn wieder überholt! Stolz! Die letzte kurze Waldpassage kam und dann sind wir auf die Wiese vor dem Zieleinlauf gekommen, ein letztes Mal haben wir uns ins Zeug gelegt, Bounty hat gezogen und ich habe getreten was wir noch konnten.

11:49,5 min haben wir gebraucht!
Ca, 2 min schneller als beim ersten mal.

Wir nach dem Zieleinlauf

Wir nach dem Zieleinlauf

Das Training hatte sich gelohnt, Bounty war im ersten Moment geschafft, aber nach wenigen Minuten war sie wieder fit und hätte noch eine Runde laufen können.

Mein Fazit ist: Es ist auf jeden Fall noch Platz nach oben frei! Unser einziges Problem bin ich… 😀 Mir ist nach einigen Passagen wirklich die Puste ausgegangen, aber das bekommen wir hin!

Vielen Dank an Alle die dieses Rennen organisiert haben und an alle Helfer, trotz des Wetters war es ein wahnsinniges Erlebnis!