DogTriathlon beim StrongDog HundeOutdoorFestival 2018

DogTriathlon beim StrongDog HundeOutdoorFestival 2018

18. Juni 2018 1 Von Joana

Vorfreude, Angst, Spannung, Unwissenheit, Aufregung, Unsicherheit so viele Gefühle gleichzeitig und trotzdem läuft es alles aufs selbe hinaus: das HundeOutdoorFestival von StrongDog!
Ich hatte uns für den Nachtlauf und den DogTriathlon angemeldet, es gab jedoch noch viele weitere Disziplinen. Z.B die erste Trophee Deutschlands, DogDuathlon, DogMarathon, SUP Challenge, Dog Diving, und vieles mehr! Es war somit für jeden etwas dabei!

Der Nachtlauf ging Freitag Nacht 4,5 km durch den Wald.

Der DogTriahlon beinhaltete 150 m Schwimmen, 4,5 km Fahrradfahren und 1,8 km Laufen am Samstag morgen.

Bikejöring 4,5 km ist super machbar, 1,8 km Canicross ist inzwischen auch ein klacks, 150 m schwimmen wird schon irgendwie machbar sein. Aber alles zusammen und direkt hintereinander, das war allerdings eine Nummer!

Vorallem bei dem schwimmen vermutete ich, dass Bounty angst bekommen wird und frühzeitig abdrehen will, wenn sie denn überhaupt wirklich weiter rein geht um zu schwimmen.  Mit Spielzeug schwimmt Bounty inzwischen sehr gut, aber mit mir zusammen leider garnicht. Sie hatte recht schnell die Erfahrung gemacht, dass es mir weh tut wenn sie mich beim schwimmen mit den Krallen kratz und seither will sie nicht mehr so nah zu mir, bzw. neben mir schwimmen. Dafür ist sie im Wasser normalerweise zu unsicher. 

Ich dachte mir, versuchen kann man es ja und im Zweifel, wenn ich merke das Bounty zu unsicher wird geht’s halt wieder ans Ufer, wir laufen um den See und bekommen etwas Strafzeit angerechnet. Das wäre ja auch kein Problem.

Bei dem Nachtlauf hatte ich weniger Sorgen. Beim normalen Canicross war Bounty inzwischen sehr sicher unterwegs, nur im dunkeln sind wir bisher noch nicht oft gelaufen. Aber dank meiner neuen Stirnlampe waren wir sehr gut ausgerüstet und ich konnte Bounty und mir den Weg leuchten.

Als ich Freitag Nachmittag am Lütsche Stausee angekommen bin, ging unser erster Weg zum VetCheck und zur Anmeldung. Dort war schon eine kleine Schlange und wir haben die ersten bekannten Gesichter getroffen.

Danach habe ich mich noch kurz auf mein Rad geschwungen und bin mit Bounty zusammen die Strecke vom Nachtlauf abgefahren. Diese war die Selbe, welche ich am Samstag bei dem Triathlon auch mit dem Rad fahren musste. 

Kurz vor dem Nachtlauf gab es dann noch das Sportlermeeting, bei dem die Strecke, sowie ein paar Regeln durchgesprochen wurden und dann ging es auch schon los.

Der Nachtlauf

Freitag um 21:50 Uhr war meine Startzeit.

Um ca. 21:20 Uhr war ich schon bereit und stand im Start-Ziel Bereich, um die bisherigen Teams zu beobachten. Zwischendurch lief ich noch kleine Runden und machte Übungen um Bounty und mich aufzuwärmen.

Bounty war bis dato noch sehr ruhig und entspannt, bis wir dann aufgerufen wurden und uns hinter dem nächsten Starter aufstellten. 
Als Bounty ihn los sprinten sah, wollte sie natürlich direkt hinterer. 
Einige Sekunden mussten wir uns aber noch gedulden und Bounty gab wieder ihre „Gib mir endlich das Startsignal“-Geräusche von sich. Eine Mischung zwischen Jaulen und Wimmern in jeglichen Tonlagen, unterbrochen von aufgeregten Bellern. 
Wir hatten den Start auch Zuhause etwas geübt, mit dem Kommando „Auf die Plätze … Fertig … Los!“. 
Als ich mit dem Satz anfing wurde sie etwas ruhiger und bei meinem „Los!“ sprintete sie los, jauchzte und bellte wieder und hing sich in die Leine, sodass ich nur hinterer fliegen konnte.

Geballte Dobermann Power!

Die ersten 300 Meter der Strecke gingen recht entspannt fach geradeaus und wir konnten bereits das ein oder andere Team überholen. Danach machte die Strecke eine starke Linkskurve und es gingt bergauf, hier ackerten wir uns zusammen schnell hoch und konnten wieder ein paar Überholmanöver starten. 
Bounty ist beim Überholen wirklich vorbildlich, sie lässt sich mit dem Kommando „rüber“ super auf die entgegengesetzte Seite lenken und rennt ohne einen Blick zur Seite gerade aus weiter, auf ihr nächstes Ziel zu.
Nach dem ersten Anstieg wurde es wieder etwas einfacher und ging leicht bergab, hier konnte ich meine neue Lauftechnik (mehr springen als laufen) gut umsetzen und wir bekamen ordentlich fahrt auf. Nach einer sehr steilen Rechtskurve kam kam nochmal ein harter Aufstieg, ca. 200 Meter (Ps: ich bin im schätzen wirklich schlecht, bitte nehmt es mir nicht übel falls das nicht stimmt! :D) bei dem wir uns ordentlich ansträngen mussten. Die restliche Strecke verlief gerade aus, bzw. teils recht stark bergab. Hier musste man wirklich aufpassen, dass man mit den Füßen nicht durcheinander kam. Kurz vor dem Ziel standen nochmal einige Zuschauer und feuerten die kommenden Teams an, das gab Bounty und mir den Rest! Wir sammelten nochmal unsere Kraft und sprinteten die letzen paar Meter ins Ziel. 
Dort angekommen gab es erstmal ein Rießen Lob für mein Mädchen und dann ging es direkt zum trinken und planschen zum Lütsche-See. 

Wir belegten bei dem Nachtlauf mit 21:22 Minuten den 11. Platz. 

Und wie man so schön sagt: „Nach dem Rennen ist vor dem Rennen!“

Nach einem Abend voller Kuschel- und Streicheleinheiten für Bounty, sowie einer extra Portion Futter kam der nächste Morgen mit unserem ersten DogTriathlon. 

Der DogTriathlon

Samstag morgen habe ich nach dem Sportlermeeting, mein Rad an der Wechselzone deponiert, zusammen mit Helm, Brille und meinen Laufschuhen. Zum Schwimmen hatte ich mir extra noch Schwimmschuhe besorgt, da das Ufer und der Boden sehr steinig waren, diese hatte ich bereits an. Ebenso haben ich meinen Laufgurt und Canicross-Leine schon angezogen. Beim Schwimmen durfte man den Hund nach belieben am Halsband oder am Zuggeschirr führen.

Als ich alles vorbereitet hatte, war ich extra früh am Start und habe mich mit Bounty noch eine ganze Weile ans Ufer gesetzt um den anderen Startern zuzusehen. Ich wollte das Bounty sich das geschehen genau ansehen kann, was sie auch getan hat. Wir beide saßen ganz konzentriert ca. 45 min entspannt am See und haben die anderen Teams beobachtet. 

Vor unserem Start haben wir uns dann natürlich nochmal aufgewärmt und so langsam stieg auch die Aufregung.

Vom Startpunkt zum Wasser waren es ca. 10 Meter zu laufen, das nutze ich und habe Bounty zuerst angespannt. Damit erhoffte ich mir, dass sie so im Rennfieber war, dass sie leichter ins Wasser ging und somit besser schwamm. 
Als wir aufgerufen wurden begann Bounty wieder mit ihrem Gesang und die Aufregung stieg. Wir gingen in Startposition und ich fing wieder an… „Auf die Plätze … Fertig … Los!“. Bounty sprintete los und sprang wie gehofft direkt ins Wasser! Sie war dann im ersten Moment zwar doch etwas unsicher, aber wir konnten ein ganzes Stück laufen und damit konnten wir die ersten Meter super überwinden. Als es für Bounty dann zu tief zum laufen wurde fing sie an zu Schwimmen, ich war über glücklich! 

Zur Belohnung für ihren Mut hatte ich noch etwas in Petto: Ein Spielzeug! Ich warf es voraus und Bounty schwamm wie eine Eins. Kurz bevor ich schwimmen musste klipste ich Bounty am Halsband an. So legten wir die 150 m suverän zurück und ich war unglaublich stolz auf Bounty. Als hätten wir es schon hundert mal gemacht, schwamm sie in einem tollen Tempo neben mir her. Als es ans Ufer ging und wir wieder laufen konnten klipste ich die Leine wieder am Zuggeschirr an und wir sprinteten aus dem Wasser in Richtung Wechselzone. 

Kurz davor musste ich Bounty an einem Stakeout festbinden, um mein Rad zu holen, meinen Helm anzuziehen und Schuhe zu tauschen. Dort waren noch einige andere Hunde die auch wieder auf ihre Besitzer warteten.
Das Rad legte ich auf den Weg und ich rannte zurück zu Bounty um sie zu holen. Derweil band ich mir noch die Leine meines Canicross-Gürtels um den Bauch. 
Bounty nahm ich am Geschirr und ich war begeistert wie konzentriert und ruhig sie mit mir mit lief. Sie passte genau auf was ich von ihr wollte und reagierte genau auf meine Kommandos, wir stoppten kurz an meinem Rad und ich klipste sie direkt an die Leine des Fahrrads und lief mit Rad in der einen und Hund in der anderen Hand zum Start. Erst dort durfte ich aufsteigen und los fahren. Kurz vor dem Start lies ich die Leine los und Bounty lief nach vorne, zog aber noch nicht stark. Als ich dann über die Startlinie rannte, sprang ich auf und gab Bounty das Kommando zum ziehen und damit ging es weiter. Ich konnte mich auf dem Rad noch kurz sortieren, während Bounty schon ihre Arbeit machte und dafür sorgte Geschwindigkeit aufzunehmen! Die Strecke kannten wir nun ja schon und gaben alles. Erst gerade aus, dann eine Linkskurve und berauf. Dann ging es etwas bergab und wir konnten schön gas geben.

Nunja, und dann habe ich mich überschätzt…

Die starke Rechtskurve kam immer näher und Bounty und ich hatten ein ordentliches Tempo drauf. Vor der Kurve bremste ich dann auch, aber eine Sache hatte ich nicht bedacht, den lockeren Boden und die Spurrillen gespickt mit lockerem Geröll und Erde. Bounty lief perfekt um die Kurve, nicht zu eng und theoretisch auch in einem guten Tempo, wäre da nicht der Boden so ungünstig gewesen. Ehe ich mich versah machte ich nähere Bekanntschaft mit dem Boden und lag auf meiner rechten Seite. Mein Fahrrad ca. 2 m vor mir, mit verdrehtem Vorderrad und einem verdutzt schauenden Hund davor. Bounty ist Gott sei Dank sofort stehen geblieben. Ich sprang direkt wieder auf die Beine und entwirrte mein Rad, hatte aber ehrlich gesagt wenig Hoffnung den Berg auf dem Rad hoch zu kommen. Dieser war recht steil, ich war in einem sehr hohen Gang und der Boden war locker, nicht gerade optimale Bedingungen. Allerdings hatte ich einen hoch motivierten Hund der noch dazu zugstark ist.

Also: wer nicht wagt der nicht gewinnt!

Ich sprang auf das Bike, stemmte mich in die Pedale und gab Bounty das GO! Ich weiß nicht woher dieses Mädchen so viel Kraft nimmt, aber sie hat es geschafft! Wir sind den Berg hoch gekommen!

Die restliche Strecke ging hauptsächlich geradeaus bzw. bergab. Leider war meine Antenne durch den Sturz verrutsch und schief, was die ganze Sache etwas wackeliger gestaltete, aber Bounty und ich haben es ins Ziel geschafft. Aber fertig waren wir mir dem Rennen noch nicht.  Es ging wieder in die Wechselzone wo ich Bounty an dem Stakeout wieder angebunden habe um mein Rad, Helm und Brille abzulegen. 

1,8 km Canicross stand jetzt noch an. Ich holte Bounty wieder ab, spannte sie an und wir rannten los über die Startlinie. Die Strecker verlief die ersten 200 m wie die Bike-Strecke nur dann ging es rechts entlang, um das Camping-Gelände herum und an dem Start, wo es ins Wasser ging, vorbei. Die letzten Meter zerrten an uns aber wir blieben stark. Zwischendurch viel Bounty in den trab und wir mussten kurz beide etwas durchschnaufen, aber nach ca. 300 m zog sie wieder an und kurz vor der Ziellinie sprinteten wir nochmal los!

Geschafft! 

Für uns ging es auf direktem weg in den See, wo ich noch eine kleine Runde Schwimmen ging und Bounty trinken und sich abkühlen konnte. 

Als ich wieder aus dem Wasser kam, schnüffelte Bounty an meinem rechten Bein und wollte es abschlecken und plötzlich merkte ich einen Schmerzen an Knie und Oberschenkel. Der Sturz beim biken hatte Spuren hinterlassen und mein Knie war offen, inklusive einigen Schürfwunden am Oberschenkel. 

„Wo gehobelt wird fallen Späne“ so wie eine Freundin von mir gerne zu sagen pflegt.

Es war Gott sei Dank keine dramatische Wunde, aber weh tat es trotzdem und ich sollte noch ein paar Tage eine besondere Erinnerung an diesen Tag haben. 

Bei dem DogTriathlon konnten wir uns trotz Sturz den 2. Platz erschwimmen, erbiken und erlaufen und sind  mit einer Zeit von 25:15 Min ordentlich flott durchgekommen. 
Für die 150 m schwimmen haben wir 4:59 Min gebraucht.

Der Rückblick

Ich kann es kaum in Worte fassen wie stolz ich auf Bounty bin!
Das schwimmen, die Wechselzone und der ganze Trubel sind absolut keine Alltäglichkeit und hat sie das erste mal gemacht. Sie hat super toll auf mein Kommandos gehört und war höchst konzentriert bei der Sache. Wir haben höchstes Lob bekommen und Bounty wurde als „Wettkampfhund“ betitelt, was mich auch sehr stolz machte.

Ich bin sehr froh den Sport für uns entdeckt zu haben, wir haben so viel Spaß daran und nach jedem Event, merke ich wie sehr es uns zusammen schweißt. 

Solche Erfahrungen und Erfolge zusammen als Team zu schaffen ist ein einmaliges Erlebnis. 

Vielen Dank an das StrongDog Team, die Helfer und alle die an diesem tollen Event mitgewirkt haben! Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!